CANTIENICA®-Blog

Ganganalyse von Benita Cantieni

Anfang Januar 2017. Universitätsklinikum Heidelberg. Termin bei Dr. Sebastian Wolf, Bereichsleiter der Bewegungsanalytik in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie.


Mission: Herausfinden, ob bei Menschen, welche die CANTIENICA®-Methode verinnerlicht haben, nachweislich und wissenschaftlich messbar andere Kräfte beim Joggen bzw. Gehen wirken als bei anderen Menschen.


Herzlicher Empfang der Kolleginnen von Dr. Wolf und Erläuterung über den Ablauf der Analyse. Erster kleiner Schock: Kleine Markerkugeln und Oberflächenelektroden werden für die Messkameras gut sichtbar direkt auf Benitas Haut geklebt.


Zur Justierung der Anlage und Optimierung der Messdaten musste die Probandin mehrmals von der einen Seite der kurzen Teststrecke auf die andere Seite und wieder zurück gehen. Den Schritt jeweils mit dem gleichen Fuss beginnen und ohne darauf zu achten, die im Boden eingelassenen Messplatten zu treffen. Nach der erfolgten Feineinstellung wurde die Teststrecke von der Probandin mehrmals in der cantienischen Körperaufspannung abgegangen. Nachdem diese Daten im Kasten waren, konzentrierte sich Benita Cantieni darauf, ihren Körper in den Zustand zu versetzen, bevor sie die CANTIENICA®-Methode entwickelte und ging die Teststrecke wiederum mehrmals ohne explizierter Körperaufspannung ab. Ziel: Direkter Gangvergleich mit und ohne CANTIENICA®-Methode.

Die Zeit bis zur Analysebesprechung mit Herrn Dr. Wolf überbrückten wir in der Kantine der Klinik. Die Analyse und die Besprechung waren weniger aufschlussreich als erwartet aber durchaus sehr interessant und lehrreich.

Detailbefund der Ganganalyse:

  1. Beim Gehen mit der CANTIENICA®-Methode erfolgt ein früheres Fersenablösen gegenüber der Vergleichsgruppe. Vermehrte Plantarflexion. Sprich: Das Sprunggelenk arbeitet aktiver als bei der Norm. Im Kniegelenk (gegenüber der Vergleichsgruppe) verminderte Beugung zur Stossdämpfung.

  2. Deutlich verstärkte Oberkörperrotation bei unauffälliger Beckenrotation.

  3. Verbesserte Beckenaufrichtung. Der Oberkörper ist stabil leicht zurückgeneigt (im Vergleich zur Norm).

  4. Verstärkte Aktivierung des Musculus biceps femoris („Schenkelbeuger“ oder „Beinbeuger“), welche die ausbleibende Kniebeugung erklärt.

Interpretationen


B. Cantieni: „Genau das, was ich mit der Methode beim Gehen erreichen will: Die beiden Sprunggelenke mehr arbeiten lassen und dadurch das Knie schonen sowie der aufrechte, nicht nach vorne geneigte Gang.“


Wissenschaft: „Auffällig ist eine deutlich verstärkte Aktivierung des Musculus biceps femoris, welche im Prinzip ein intern hüftextendiertes Gelenkmoment fördern sollte, was jedoch im Gegensatz zum Befund in der Kinetik steht und somit nur als gezielter Kompensationsmechanismus gegen eine vermehrte Hüftbeugung verstanden werden kann. Das Gangbild zeichnet sich durch ein verfrühtes Fersenabheben bei deutlich vermehrter Sprunggelenk- und Fussaktivität aus, welche die deutlich insuffiziente Stossphasendämpfung kompensiert. Die Beckenvorkippung ist nennenswert günstig verringert.“

Fazit und Erkenntnisse aus der Ganganalyse:

  1. In Teilbereichen geht Benita Cantieni nachweislich anders als die Vergleichsgruppe gesunder Erwachsenen.

  2. Benita kann sich nach zwei Jahrzehnten mit CANTIENICA®-Training nicht wesentlich verstellen und sich nicht mehr in den Zustand davor versetzen.

  3. Wissenschaftler erachten es grundsätzlich als problematisch, was von der „Norm“ abweicht. Norm ist das, was bei einer Mehrheit festgestellt wird.

  4. Die Wissenschaft misst die linke und die rechte Körperseite getrennt und analysiert jede Seite für sich.

Viele Geschichten von Menschen, welche mit regelmässigem CANTIENICA®-Training ihre Knie-, Rücken-, Hüftprobleme etc. losgeworden sind, sind uns bestens bekannt und motivieren unsere zahlreichen CANTIENICA®-Instruktorinnen und -Instruktoren in ihrer täglichen Arbeit mit ihren Kunden. Trotzdem eignet sich eine „klassische“ Ganganalyse nicht für eine wissenschaftliche Studie, weil die Wissenschaft aus meiner persönlichen Sicht von Annahmen ausgeht. In diesem Fall ist eine Annahme, dass gut ist, was bei einer Mehrheit der Menschen festgestellt und gemessen wird und der Norm entspricht. Problematisch ist, was von dieser Norm abweicht. Oder wie Benita Cantieni zu sagen pflegt: „Wenn alle am gleichen leiden, so gilt es als normal.“



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