CANTIENICA®-Blog

Kigali Tag 3 (Fortsetzung)

Pascal, Simon, Hussein, Samuel, Robert – Namen, die ich mir sofort merken kann, im Gegensatz zu den ruandischen Männervornamen, ein Handschlag reicht nicht aus. Mein normaler Trick, im Zweifelsfall zu fragen, wie sich der Name buchstabiert, scheitert, die Männer sind Analphabeten. Sie waren gewalttätig, sehr gewalttätig, gegen Frauen und Kinder, sie wussten es nicht besser, und sie sind dabei, ihr Verhalten zu verändern.

Sie besuchen, wie die Frauen, nach ihren psychologischen Sitzungen regelmässig Yoga-Lektionen von Deirdre und ihren Assistenten. Heute gibt es eine Premiere: Wir pumpen zwei der 33 Gymnastikbälle auf, die Mediafit sponsorte. “Du wirst schon sehen”, sagte Deirdre, als ich fragt, weshalb wir nur zwei mitnehmen. Joseph, der Yogalehrer-Aspirant, erobert den einen Ball mit Feuereifer, macht Liegestütze und Handstand. Ich leite eine CANTIENICA®-Übung an, die ihn schnell und sehr ins Schwitzen bringt. “Das ist sehr anders”, sagt er lachend, “ich spüre neue Muskeln”.

Im Gruppenraum realisiere ich: Die Männer sehen zum ersten Mal einen Gymnastikball. Sie nähern sich dem grossen grünen und dem blauen kleinen Ball so, wie ich mich wahrscheinlich einer zahmen Grosskatze nähern würde, respektvoll, vorsichtig und sehr neugierig.


Liegestütz



Handstand


Die Pezzibälle beherrschen die Lektion, und Joseph baut virtuos die cantienischen Details ein, die er Minuten zuvor zum ersten Mal hörte. Die Männer kommen ins Schwitzen, Deirdre wird später sagen, dass sie am Schweiss riechen kann, wie fit die Männer sind, ob die Muskeln übersäuern oder nicht. Joseph schwitzt in der Tat geruchlos.

Robert ist akut an Malaria erkrankt. Er bewegt sich sehr steif und unter Schmerzen. Ich coache ihn, stütze seinen Rücken. Er kann von den Bällen nicht genug kriegen. Er verändert sich innerhalb der 50 Minuten in einen anderen Menschen.


Deirdre, Hussein, Benita



Die Männer beim Essen


Zum Ende der Klasse wünscht sich Robert ein Foto mit mir. Hussein möchte das auch, er spritzt sich Wasser unter die Arme, über den Kopf und hinten in die Hose. Ich schätze diese Raubkatzenwäsche, und Deirdre sagt, Husseins Muskeln seien eben noch übersäuert, er habe gerade erst angefangen mit dem Training.

Am Schluss verschlingen die Männer die Milch, das Ei und die Banane.

Das war die Anwärm- und Beobachtungsphase, ab morgen geht es cantienisch zur Sache.

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