CANTIENICA®-Blog

Tag 6 und 7: 24 Stunden in Uganda

Das kam so. Eine Person, die hier in Ruanda arbeitet, braucht alle drei Monate ein neues Visum. Auch nach fünf oder 12 Jahren. Das macht vier Visa jedes Jahr. Ein Dauervisum ist sündhaft teuer und extrem schwierig zu erhalten. Wenn nun obendrein, rein hypothetisch gesprochen, ein neuer Pass zu spät käme und das Visum abgelaufen wäre, so müsste die Person das Land verlassen und neu einwandern. Falls Sie diese Beschreibung kryptisch finden: Es ist Absicht. Die Welt ist klein geworden.

Jedenfalls ergab es sich, dass Deirdre mit und für einen Freund das Land verlassen wollte. Sie fragte mich, ob ich mitkomme. Ich sagte ja, was denn sonst.

Busbahnhof in Kigali. Wir verpassten den “Jaguar” nach Kampala knapp, der nächste fuhr erst am Abend. Verhandeln mit einem individuellen Taxi, das uns nach Kabale bringen soll. Wie ein Bienenschwarm stürzen sich ungefähr alle Taxifahrer auf uns. Jean de Dieu, der Fahrer von Project Air, empfiehlt uns Abdul.

Es werden 30 000 Ruandische Franken abgemacht und los geht’s. Durch Vororte von Kigali, dann in die Berge. Die Ruandeser sind sehr ordentlich. Die Srassen sind aufgeräumt, die Menschen sauber und ordentlich gekleidet, egal, wie arm sie sind. Ich beobachte Frauen, die alles brauchen, nur keine CANTIENICA®-Lektionen: Sie tragen jede noch so schwere Last virtuos und handfrei auf ihren Köpfen und bewegen sich anmutig und geschmeidig.

Die Stein-Lehmhäuser kleben alle am Strassenrand. Das erste Haus in jedem Dorf trägt den Schriftzug “Tigo”: Tigo ist die Telefongesellschaft und verkauft Sim- und Prepaid-Telefonkarten.

Irgendwann wechselt der Strassenbelag von Teer auf Natur, es ist tonfarbener Staub. Hinter einem Lastwagen kann Abdul nichts mehr sehen. Es gibt viele Camions auf dem Weg. Nach knapp zwei Stunden Fahrt gelangen wir an die Grenze. Die Person mit dem Visumproblem ist extrem nervös.

Die ruandische Passkontrolle verläuft reibungslos. Abgesehen von der Warteschlange, die irgendwie immer länger wird, weil sich alle Einheimischen vordrängeln, bis wir die weissen Ellbogen einsetzen und unsere Plätze verteidigen.

Am Schlagbaum ändert sich alles, Abfall türmt sich an den Strassenrändern, ich sehe erstmals Menschen in Lumpen – nebst extrem schrill aufgemachten jungen Frauen. Die ugandischen Amtsinhaber sind geschniegelt, und wir haben $ 50 pro Person für ein Eintages-Touristenvisum zu entrichten.

Weiter. Noch immer kleben die Lehm-Steinhäuser am Strassenrand, der jetzt durchgehend stiebt. Zwischen den Häusern liegt Abfall. Rinder, Kühe, Ziegen und hin und wieder ein Truthahn teilen den beschränkten Lebensraum mit den Menschen. “Das war die Strasse, von der aus sich Aids flächendeckend ausbreiten konnte”, berichtet der ungenannte Dritte. “Fernverkehr und Prostitution.”

Abdul wechselt schlafwandlerisch von Links- zu Rechtsverkehr. Am Strassenrand gibt es alles, “Bull Wash – New and Strong”, Spielhäuser, Särge, Kleider, Früchte, Gemüse, Motorräder, Prostituierte, ein Fahrradgeschäft, Schneider und Änderungsecken, meist sitzen Männer hinter den Nähmaschinen.


Kinder tragen riesige Wasserbehälter auf den Köpfen. Auf Fahrrädern sitzen oft drei Personen, auf Motorrädern fünf. Über Land, durch Steinbrüche, ganze Familien tragen die Felsen ab, zerkleinern sie mit Hämmern zu Steinen, mit denen Häuser und Strassen gebaut werden, von Kleinkindern bis zu Grossvätern.Rutinda ist ein kleines Dorf mit dem Anlegeplatz für die Boote, Einbäume und einbaumartige Motorboote, um die Menschen auf dem Bunyonyi-See zu transportieren.


Ich bin, wie Sie wissen, Schweizerin und der Ansicht, als solche kenne ich schöne Seen. Was soll ich sagen: Der Lake Bunyonyi verschlägt mir den Atem. Googeln, Bilder anschauen, es lohnt sich. Halbinseln und Inseln, Waldinseln, Schilfinseln, Berge, Buchten. 700 Vogelarten. Viele der Lodges und Resorts sind Bio von A bis Z, Kampferplumpsklo, Bioküche und alles.

Wir liegen am kleinen Seestrand, geniessen den Sonnenuntergang und ergötzen uns am Schild: “Unsere Vögel und Fische haben die offizielle Erlaubnis, zurück zu schlagen, falls Sie in den See pissen!” Wir essen lokalen Crayfish, trinken lokales Bier, liegen wieder auf den drei einzigen Holzpritschen und sehen zu, wie sich das Firmament entzündet, Stern um Stern, Planet um Planet. Vogelgezwitscher, schmatzende Fische, dann und wann der Ruf eines Affen oder das Muhen einer Kuh. Die Stille ist atemberaubend. “Das war der Ton des Planeten, bevor wir ihn versauten”, durchbricht Deirdre die Stille.

Wir schlafen in einem Familiencottage unter Moskitonetzen. Irgendwann verstummen alle Menschenstimmen, und die Stille geht durch Mark und Bein. Wir schlafen wunderbar, ein Schlaf, der für drei Nächte reicht.

Am Morgen Frühstück, das Milchpulver ist wahrscheinlich nicht so ganz bio, die Ananas mit Passionsfruchtkernen ist perfekt. Wir erwandern die Halbinsel, betrinken uns an Gerüchen und Farben, zurück geht es, wieder mit Abdul, der darauf bestand, aus Kigali wieder anzureisen. Die Rückwanderung nach Ruanda verläuft reibungslos.

Ach ja, auf dem Plumpsklo hat mich dann doch noch eine Stechmücke erwischt, ein riesiger Juckhügel breitet sich auf meinem rechten Oberschenkel aus.

Jetzt ist CANTIENICA®-Zeit, die perfekte Erholung nach dem vielen Sitzen.

PS: Die Nacht im Cottage am Lake Bunyonyi inklusive Drinks, Abendessen, Frühstück kostete pro Person $ 60.00.

#Uganda

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